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KolumneNO IMPORTANeulich besuchte ich mit einem Freund das Chota-Tal. Auf der Panamericana fährt man von unserem Dorf aus keine hundert Kilometer nördlich durch Ibarra, auch Cuidad Blanca, "die weisse Stadt" genannt. Ausserhalb dieses kolonialen Städtchens kommt man an der Laguna Yaguarcocha, dem "Blutsee" vorbei. Hier sollen die Inkas in einer grossen Schlacht die Cara besiegt haben. Die Legende erzählt, dass die Toten in den See geworfen worden seien, worauf das Wasser eine rote Färbung angenommen habe. Heute führt eine Autorennpiste um den See, welche die ganze Umgebung verunstaltet hat. Nach diesem See überwindet die Panamericana zuerst die Kordillere und fällt dann steil ins Chota-Tal hinunter. An Zuckerrohrplantagen vorbei führt sie direkt in das heisse, wüstenhafte Tal, das ich "ecuadors Kleinafrika" nenne. Es wird nämlich fast ausschliesslich von Schwarzen bewohnt. Sie sind Nachfahren ehemaliger Sklaven, die im 17. Jahrhundert von den Jesuiten zur Bewirtschaftung deren Hacienden nach Ecuador geschleppt wurden. Diese Menschen leben in geschlossenen Dörfern, ihre farbigen Cementhüttchen kleben wie Bienenkästen an den kargen Sandhängen. Sie arbeiten vorwiegend in den Zuckerrohrplantagen und bauen tropische und subtropische Früchte an, die sie an Durchreisende oder auf dem Markt in Ibarra verkaufen. Als wir am Flussufer das Auto parkierten, war gerade Schulschluss. Dutzende von Kindern rannten aus den Blechbaracken. Neugierig umringten sie uns, wollten wissen, woher wir kommen, wo wir leben, ob wir verheiratet oder Geschwister seien, wie viel das Auto gekostet hatte usw. Plötzlich fragte mich ein Junge: no tienes manos? Hast du keine Hände? Und ein Mädchen: y tampoco piernas? Und auch keine Beine? Worauf sich ein Mädchen aus der Gruppe löste, zu mir kam, mich mit dem Zeigfinger kurz berührte und meinte: pero tiene tetas. No importa que no tiene manos ni piernas. Aber sie hat Brüste. Es macht nichts, dass sie keine Hände und Beine hat. |
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